Mit Google Bildersuche illegale Kopien finden

Mit der Google-Bildersuche kann man prima Bilder finden!

  • Für faule Webmaster ein vermeintlicher Segen.
  • Für Fotografen und Künstler (die Urheber) ein Graus.
  • Für Anwälte ein unendliches Feld zum Geld verdienen Abmahnen.

Ich spreche davon, dass Bilder und Grafiken im Internet sich sehr einfach mit der Google-Bildersuche finden lassen. Einfach ein paar Stichworte in das Suchfeld eingeben und schon zeigt Google tonnenweise und meist passende Bilder an. Eigentlich eine prima Sache… 🙂

Doch was passiert dann eigentlich? Richtig:

  • Der faule/unwissende Webmaster kopiert das Bild in seine Webseite.
  • Der Urheber (Fotograf oder Künstler) bekommt davon nichts mit.
  • Die Anwälte kommen zum Einsatz, wenn die Kopie illegal ist.

Professionelle Fotografen, die ihre Bilder bei Dreamstime, Fotolia oder einer anderen Bilddatenbank anbieten, haben meist Anwälte an der Hand die einer unrechtmässigen Bildnutzung nachgehen. Dann flattert dem Webmaster oder dem Besitzer der Webseite laut Impressum ein Schreiben ins Haus mit einer entsprechenden Zahlungsaufforderung. Dann ist guter Rat teuer, wo das Kopieren des Bildes doch so einfach und billig war…

Ich beleuchte in diesem Artikel nicht die Seite der betroffenen Webmaster, sondern zeig einfach mal auf, wie man illegale Kopien seine eigenen Bilder (Werke) mit der Google-Bildersuche finden kann.

Nehmen wir für die Illegal-Kopie-Suche als Beispiel meine echt gute Sonnenbrille „Oakley Whisker Black Iridium“. Das heiße Teil kostete mal stolze 169 Euro (laut Hersteller-Webseite) und durfte mal für ein Foto in meinem Beachvolleyball-Blog herhalten. Also hab ich ein schickes Foto von der Sonnenbrille gemacht und nachbearbeitet, die URL vom Blog eingefügt und in dem eben genannten Artikel verewigt.

Foto vom Artikel „Sonnenbrille Oakley Whisker“ bei beachcoach.de

Je nach dem wie der Google-Bot Zeit und Lust hat, kommt er irgendwann vorbei, macht eine eigene Kopie des Bildes für die Bildersuche-Vorschau (oder!?) und nimmt mein neues Bild in die Google-Bildersuche auf. Dann kommen andere Google-Nutzer, suchen über Google eine schicke Sonnenbrille für den Mann, finden mein Bild, klicken drauf und landen bei mir.

Für die Brillen-Bild-Sucher bei Google sieht das dann so aus (hier noch der Link zum selber testen):

Google-Bildersuche nach Oakley Whisker Black Iridium
Google-Bildersuche nach Oakley Whisker Black Iridium

So weit so gut…

Klickt man unterhalb der Vorschau auf den Link „Ähnliche Bilder“ bekommt man optisch ähnliche Bilder angezeigt. In der Bilderliste suchen macht dann aber keinen Spaß mehr. Es werden einfach zu viele Bilder angezeigt, wovon sehr viele Bilder meinem Bild überhaupt nicht mehr ähnlich sind. Also lassen wir das..

Klickt man auf das Bild gelangt man zur Zielseite mit diesem separaten Google-Bereich auf der rechten Seite und findet einen Link „Bildersuche„:

Google-Bildersuche mit Klick auf das Vorschau-Bild
Google-Bildersuche mit Klick auf das Vorschau-Bild

Und dann bekommt man sie… Die Liste von Bildern und Webseiten, wo das eigene Bild eingesetzt wird. Ob das eigene Bild  direkt als Kopie oder über eine Einbettung von der eigenen Webseite verwendet wird, muss hier und da geprüft werden. Bei mir ist es so, dass mein Bild auf diversen ausländischen Webseiten verwendet wird.

Und es gab einen Suchtreffer bei Ebay-Kleinanzeigen in Deutschland. Eine Kopie von meinem Bild!

Google-Bildersuche - Suche nach eigenem Bild von Oakley Whisker
Google-Bildersuche – Suche nach eigenem Bild von Oakley Whisker

Tja. Was man nun mit dieser Information macht bleibt jedem selbst vorbehalten. Man kann direkt zum Anwalt rennen oder sich im Internet schlau machen was eine unrechtmässige Kopie eines Bildes kostet oder oder oder. In jedem Fall sollte man überlegen, wie man reagiert…

Ich halte fest: Mit der Google-Bildersuche kann man sehr einfach legale und illegale Kopien seiner eigenen Bilder finden. Viel Spaß beim Suchen 😉

Den Anbieter der Sonnenbrille bei Ebay-Kleinanzeigen hab ich per Kontaktformular über die Bild-Kopie informiert und das er mich als Urheber des Bildes nicht benannt hat. Er hat das Foto von Ebay-Kleinanzeigen entfernt und das wars. Ohne Anwalt. Ohne Abmahnung und ohne Kosten.

PS: Ich hab noch einige andere Bilder bei Leuten als Facebook-Profilfoto gefunden… Verrückt.

Betreuung von Studenten bei Bachelor, Master und Diplom

In diesem Beitrag widme ich mich heute mal dem Thema „Betreuung von Studenten bei ihrer Abschlußarbeit„.

Auf diese Idee brachte mich Karsten Schaal, Gründer und Geschäftsführer von Food.de – „Dein Online Supermarkt“, bei einem Erfahrungsaustausch über Studenten und der Betreuung von Bachelorarbeiten.

Neben Studentenpartys und Mensaessen kommt jeder Student während seines Studiums zu dem Punkt, wo sich das Studium (bei einem früher oder später 😉 ) dem Ende neigt. Das krönende Finale stellt dabei die Abschlußarbeit dar. Je nach Studiengang ist dies der Bachelor, der Master oder das Diplom. Ich selbst habe übrigens ein Informatik-Fernstudium (Diplom) erfolgreich absolviert und mich auch mal für 3 Semester an einem Jura-Fernstudium an der Fernuni Hagen (Bachelor) ausprobiert. Davor hatte ich auch mal Maschinenbau und Energietechnik studiert, aber dies nur so am Rande 😉

In diesem Beitrag werde ich nur aus der Perspektive des Betreuers aus einem Unternehmen sprechen, wohlwissend dass es noch weitere Arten der Betreuung gibt. Verteilt über die Jahre seit 2001 habe ich bei der CMS Cash Management Systeme GmbH und ALVARA Cash Management Group AG mehr als 10 Abschlußarbeiten betreuen dürfen. Keine Betreuung lässt sich dabei wirklich vergleichen, aber unterm Strich gibt es ein Grundmuster, welches man als Leitfaden zur Betreuung von Abschlußarbeiten ableiten kann.

Das Kennenlernen eines Studenten bzw. einer Studentin für eine Betreuung ist unterschiedlich. Ein bewährtes Mittel sind Aushänge (online und offline) für Praktikumsplätze, sowie der regelmässige persönliche Kontakt zu Studenten und Professoren. Ähnlich wie bei der Suchmaschinenoptimierung versucht man sich als Unternehmen weit oben (egal ob bei Google oder im Uni-Aushang) und vor allem auffällig zu positionieren, damit man Studenten auf das Unternehmen und das Thema aufmerksam macht.

Zu Beginn der Betreuung einer Abschlußarbeit (egal ob Bachelor, Master oder Diplom) gilt es erst einmal den Bereich für das Thema zu finden und einzukreisen. Hier kommen verschiedene Faktoren zusammen, die der Betreuer steuert. Ich selbst habe immer einige Themen aus den Bereichen Software-Entwicklung und Marketing im Kopf, die sich im Laufe der Zeit ergeben haben, aber noch nicht umgesetzt sind bzw. nicht oder nicht ausreichend betrachtet werden konnten.

Die Studenten haben beim Erstgespräch meist keine eigenen Ideen vorbereitet und sind für jede Ideen offen und dankbar. Ich versuche im Gespräch die Stärken und Schwächen, den Studiengang und die persönlichen Ziele des Studenten so zu hinterfragen und zu lenken, dass der Student sich mit einem der grob abgesteckten Themenbereiche anfreunden kann. Schon während der Vorstellungs- und Anfreundungsphase sollte man als Betreuer zusammen mit dem Studenten Stichpunkte sammeln und aufschreiben, die das Thema konrekter eingrenzen.

Das Anfreunden mit dem Thema ist sehr wichtig, denn je nach Abschlußart wird der Student 3-6 Monate lang das Thema Tag und Nacht vor Augen haben. Und nichts wäre schlimmer (und durchaus auch eine Zeitverschwendung), wenn das Thema ohne Herz und Hingabe bearbeitet wird. Für das Unternehmen steht meist immer ein wirtschaftlicher Hintergrund im Raum und für den Studenten eine Top-Benotung. Und für mich als Betreuuer natürlich der Wunsch und Ehrgeiz eine weitere sehr gute Arbeit betreut zu haben.

Als Ergebniss sollte  ein Expose entstehen, welches nicht nur den Titel der Abschlußarbeit enthält, sondern auch eine Einleitung warum das Thema bearbeitet werden soll, welche bisherigen Erkenntnisse vorliegen, was das Resultat der Arbeit sein wird und wie das Unternehmen den Studenten während der Bearbeitungszeit betreut. Das Expose sollte nicht mehr als 1,5 Seiten umfassen und nicht zur sehr ins Detail gehen. Verlangt die Hochschule oder Uni des Studenten ein Expose von 5-7 Seiten, dann sollte man sich als Betreuer ernsthaft überlegen, ob man den Studenten wirklich betreuen will und vielleicht besser absagt. Denn das klingt meist nach viel Betreuungsaufwand…

Vor dem Einreichen des Exposes muss der Student oft noch einen Professor bei der Uni bzw. Fachhochschule aussuchen, der später die Erstkorrektur vornehmen wird. Ich habe bisher immer die Zweitkorrektur vorgenommen. Die Auswahl des Erstbetreuers ist sehr wichtig, da man ja als Student und Unternehmen das bestmögliche Ergebnis der Abschlußarbeit anstrebt. Die Auswahl und den Kontakt zu einem möglichen Erstbetreuer nimmt der Student selbst in die Hand. Nur selten lerne ich den Prof am Anfang einer Abschlußarbeit persönlich kennen.

Je nach Professor und dessen Fachgebiet muss das Thema vom Titel her und eventuell inhaltlich angepasst werden. Als Betreuer ist darauf zu achten, dass die Interessen und Ziele der Firma weiterhin im Vordergrund stehen. Denn die Abschlußarbeit wird nicht für die Uni geschrieben (denn dort landet diese eh nur im Archiv und wurde vorher nur vom Prof gelesen), sondern für Ihr Unternehmen und ein damit verbundenes wirtschaftliches Ziel.

Ist das Expose vom Erstbetreuer aktzeptiert, wird das Thema vom Studenten eingereicht. Damit verbunden muss Ihnen als Betreuer auch der Starttermin und die Betreuugnsdauer klar sein. Womöglich muss ein Arbeitplatz, Materialien und/oder einen Arbeitsvertrag für Studenten vorbereitet werden. Ist das auch noch geklärt, dann kann es losgehen.

Die Anfangszeit einer Abschlußarbeit bestimmt den Verlauf der Arbeit. Es ist wichtig, dass man dem Studenten dabei folgende Regeln von Anfang an(!) mit auf den Weg gibt:

  • Jede Quelle (Buch, Internet und Dateien) muss dokumentiert werden.
  • Von Anfang an eine Word-Vorlage für Abschlußarbeiten verwenden.
  • Erst das Inhaltverzeichniss (Ebene 1+2) definieren, dann losschreiben.

Warum diese Regeln? Ganz einfach… Die meisten Studenten kommen mit der Formatierung von Word nicht zurecht, d.h. zum Beispiel, dass die automatisch erzeugten Inhaltsverzeichnisse einfach nicht so funktionieren werden, wie der Student es gern hätte. Ein Quellennachweis von Beginn an ist deswegen wichtig, da Aussagen ohne Bezug zu einer Quelle in der Arbeit zu Abstrichen in der Note führen können.

Der Aufbau des Inhaltsverzeichnisses ist zwar nicht direkt genormt, hat aber bei näherer Betrachtung verschiedener Arbeiten oft einen ähnlichen Aufbau. Die Schaffung einer frühen Gliederung heißt die Zauberformel, wenn es dem Studenten gelingen soll, dass er die Arbeit im vollen Umfang _und_ in der gewünschten Zeit schaffen möchte.

Aus meiner Erfahrung heraus hat sich hierfür folgendes Verfahren für die Zeiteinteilung bewährt:
1. Das Inhaltsverzeichnis wird für die Hauptkapitel (Ebene 1) und die Unterkapitel (Ebene 2) definiert. Diese Aufgabe sollte der Student selbst vornehmen, da dies ein erster Einstieg in die Materie ist. Vorlagen für den allgemeinen Aufbau gibt es im Internet und in den Bibliotheken genug.
2. Danach erfolgt eine grobe Planung der Kapitelstärke. Der Umfang der Abschlußarbeit ergibt sich aus den Vorgaben der Uni bzw. Fachhochschule. Nehmen wir folgendes Beispiel: 60 Seiten Umfang. Bei angestrebten 5 Hauptkapiteln mit ca. 3-7 Unterkapitel ergeben sich vlt. 20-30 Unterkapitel. Die Gesamtanzahl von 60 Seiten wird nun auf die Kapitelanzahl verteilt, d.h. pro Unterkapitel hier ca. 2 Seitenund auch ca. 2 Seiten je Haupkapitel.
3. Zu guter Letzt wird die grobe Planung der Zeiteinteilung vorgenommen. Bei unserem Beispiel von 60 Seiten und einer Bearbeitungszeit von 3 Monaten sollten zunächst 2 Wochen als Puffer abgezogen werden. D.h. es bleiben ca. 10 Wochen für 60 Seiten. Mathematisch gesehen sollte der Student somit 6 Seiten je Woche schaffen.

Mit dieser groben Zeitplanung versucht man dann als Betreuer seinen Studenten bzgl. Einhaltung der Zeit und der Arbeitsergebnisse den Horizont zu ebenen. Aber wer Murphy kennt der kann sich vorstellen, dass hier für den Studenten die meisten Probleme auftreten werden: Zu viel Arbeit, zu wenig Zeit und kein Ende in Sicht 😉

Während der Abschlußarbeit beschäftigt sich der Student nun intensiv mit dem Thema. Sollte er hinvon abgelenkt sein oder gar mangelndes Interesse entwickeln, dann ist man als Betreuer gefragt. Zwischengespräche und eine stets offene Tür sind unbedingt erforderlich und fördern das Zusammenwachsen als zeitlich befristetes Team.

Das Lesen der Arbeit zwischendurch gehört zu den spannenden Aufgaben für mich als Betreuer. Man sieht wie sich das Thema entwickelt und Formen annimmt. Hierfür drucke ich mir den aktuellen Stand der Arbeit aus und beginne zu lesen. Ich achte bei jeder Lesung (bei einer Bachelorarbeit bis zu 2-3 Lesungen vor der finalen Version) darauf, dass es einen durchgehenen roten Faden gibt, der den Leser zunächst an das Thema heranführt, ihn dann bei der Begriffsdefinition tiefere Details vermittelt, die Probleme schildert, an Lösungsvarianten heranführt und die Lösung beschreibt.

Anmerkungen sind direkt auf den Ausdruck zu vermerken und nach dem Durcharbeiten zeitnah dem Studenten zurückgeben. Eine Besprechung der Erkenntnisse ist je nach Thema und Student sinnvoll. Aber generell immer daran denken, dass der Student selbstständig die Abschlußarbeit erarbeiten soll. Zusatzinfo: Zahlen, Fakten und Aussagen in der Arbeit sollten durchgängig mit Quellen fundiert nachgewiesen werden, da dies auch der Erstkorrekteur sonst bemängeln würde. Bilder, Grafiken und Tabellen benötigen eine Nummer und einen Namen und sollten automatisch im jeweiligen Inhaltsverzeichnis aufgelistet werden. Hier spiele ich nochmal auf die anfangs erwähnte Word-Vorlage an 😉

Ein hilfreiches Mittel gegen die Präsentationsangst des Studenten vor der finalen Verteidigung ist die Präsentation des Themas in der Firma vor Mitarbeitern. Bei mir dürfen müssen die Studenten immer zwei Präsentationen durchführen . Einmal zur Hälfte der Bearbeitungszeit, damit sie zeigen können, dass sie das Thema verstanden haben und zeitgleich eine erste Übung der Präsentation haben. Die zweite Präsentation wird kurz vor der Verteidigung durchgeführt und zwar mit dem gleichen Inhalt der Verteidiung; quasi eine Probe-Verteidiung. Der Effekt ist enorm und verhilft fast immer zu einer sehr guten Präsentation in der Verteidigung und einem frühzeitigen Einlenken bei falscher fachlicher Ausrichtung.

Für die Probe-Präsentation und -Verteidigung in der Firma habe ich folgende Regeln:

  • Der Student hat 1-2 Wochen Zeit für die Vorbereitung.
  • Der Student erstellt eine PowerPoint-Präsentation.
  • 3-6 fachliche und nicht-fachliche Zuhörer aus der Firma.
  • Die Präsentation erfolgt im Stehen und mit Beamer.
  • Der Betreuer leitet die Präsentation kurz ein.
  • Während der Präsentation werden keine Fragen gestellt.
  • Während der Präsentation redet nur der Student.
  • Nach der Präsentation wird Feedback gegeben.
  • Jeder Mitarbeiter bewertet dabei Inhalt und Auftreten.
  • Es dürfen dem Studenten Fragen zum Inhalt gestellt werden.
  • Der Student bekommt von mir ein persönliches Feedback.

Mit diesen Präsentationen und dem Feedback der anderen Mitarbeiter wird die Arbeit meist runder und festigt sich im Kopf des Studenten. Wir nähern uns dem Ziel… Der Verteidigung und somit dem Abschluß der Arbeit.

Vor der finalen Version der Abschlußarbeit muss noch geklärt werden, ob die Arbeit „veröffentlicht“ wird oder einen Sperrvermerk bekommt. Gerade bei unternehmensnahen Themen mit Firmengeheimnissen oder Patentthemen sollte ein Sperrvermerk aufgesetzt werden. Dies verhindert, dass die bei der Uni hinterlegte Arbeite ausgeliehen werden darf (glaub ich).

Vor der Verteidigung wird noch eine Bewertung der Abschlußarbeit (=Gutachten) durchgeführt. Dabei erhalten die Korrekteure jeweils eine finale, gedruckte und gebundene Version der Abschlußarbeit vom Studenten. In der gedruckten Version mache ich beim finalen Lesen keine Notizen, sondern schreibe meine Anmerkungen in eine Datei. Alle Anmerkungen fasse ich dann in einem Gutachten zusammen. In meinem Gutachten muss ich zum einem nachweisen, dass ich die Arbeit vollständig und aufmerksam gelesen, die verschiedene Kriterien wie Quellennachweis, Topographie, Rechtschreibung, Fachlichkeit etc. bewertet und daraus eine Note abgeleitet habe. Meine Gutachten sind meist 2 Seiten lang und werden niemanden vor der Verteidigung zugänglich gemacht.

Die Verteidigung ist das finale Highlight der Abschlußarbeit und sollte durch Studenten auch gewissenhaft vorbereitet werden. Ein funktionierender Laptop und Beamer, sowie kleine Hilfskärtchen gehören dabei zur Grundausstattung bei der Verteidigung. Ob der Student Gäste in seiner Verteidigung wünscht, sollte man nur ihm überlassen. Als Betreuer sollte man sich etwas Zeit für die Verteidigung mitbringen, die fast immer vom Professor eingeleutet wird. Vom zeitlichen Umfang her hat der Student zwischen 20-30 Minuten Zeit für seine Präsentation.

Nach der Verteidigung stellen der Erst- und Zweitkorrteur Fragen an den Studenten die auf die Fachlichkeit, ergänzende Informationen oder Veständnisprobleme der Arbeit hinzielen. Selten stellen die Prof’s wirklich fiese Fragen, aber auch das habe ich schon erlebt. Im Anschluß auf die Fragen werden der Student und alle Gäste nach draußen gebeten, so dass der Prof und ich Zeit für die Benotung haben. Es wird dabei der Vortrag bewertet und die Noten aus den Gutachten zusammengezogen. Der Student und die Gäste kommen zurück ins Zimmer. Die beiden Korrekteure lesen meist ihre Gutachten vor und verkünden die Noten. Der Student wird beglückwünscht und ist immer erleichtert. Das war’s… 🙂

Die gedruckte Arbeit und mein Gutachten stelle ich dann in meinen Schrank und freu mich auf den nächsten Studenten. Und jedem Neuling zeige ich den Schrank mit den Arbeiten und verweise dabei auf die vielen Arbeiten mit der Note 1.

Mir macht die Betreuung von Abschlußarbeiten sehr viel Spaß. Zum Einem lerne ich neue junge und schlaue Menschen kennen, die ein Thema betreuen welches ich vorher im Kopf vorbereitet habe. Und zum Anderen erfüllt es mich mit Stolz, wenn sich im Laufe von 3 bis 6 Monaten eine sehr gute Arbeit entwickelt hat und entsprechend perfekt präsentiert wird.

So jetzt habe ich mehr als 2 Stunden an diesem Beitrag geschrieben und bin müde.. Good night!

PS: Welche Erfahrungen habt ihr mit Studenten und Abschlußarbeiten gemacht???

FernUni Hagen Jura-Studium – Meine erste Klausur Propädeutikum

FernUni Hagen Jura-Studium – Meine erste Klausur „Propädeutikum“

Ja die Zeit vergeht. Es war quasi erst gestern, als ich mich entschieden habe, dass ein Informatik-Fernstudium nicht aussreicht. Mein Wunsch nach Erweiterung meines Wissens ist nach wie vor vorhanden, so dass ich vor der Wahl stand mir einen Fern-MBA (Master of Business Administration) zuzulegen oder nicht. Angebote eines Part-Time-MBA gab gibt es zum Beispiel an der HHL (Handelshochschule Leipzig), kostet aber leider ein kleines Vermögen von 24k €. An anderen Fernlehrstellen kann man den MBA im Fernstudium bereits ab „günstigen“ 12.000 Euro (ca.) anstreben 😉

Als sehr viel kostengünstigere Alternative konnte ich mir noch BWL vorstellen. Da BWL aber irgendwie jeder studiert und mein vorhandenen Diplom-Informatiker nicht wirklich bereichert, außer ich hätte im Bereich betriebswirtschaftlicher Softwareentwicklung tätig werden wollen, hab ich mich andersweitig umgeschaut. Und was passt besser in das Wissensportfolio in Zeiten von Web 2.0, Abmahnungen und mobil vernetzten Endgeräten in dieser neuen Cloud-Umgebung als ein Jura-Fernstudium.

So war also das perfekte Ergänzungsstück gefunden, was mich in meinem Leben und meinem Job ein gewaltiges Stück weiterbringen dürfte. Seit April lerne ich also nun wie ein Verückter in meinem Fernstudium zum Juristen an der Fernuniversität Hagen. Lange Reder wenig Sinn, in den kommenden 2 Wochen stehen nun erste Prüfungen an und morgen hab ich die erste Jura-Prüfung „Propädeutikum“ am Hals.

Lerntechnisch war ich ganz gut dabei, bis ich feststellte, dass es in einer der vielen Sub-Systeme der Fernuni Hagen, was im übrigen unorganisiert wirkt und nervig bezüglich der vielen Logins ist, auch ein paar alte Klausuren inklusive Lösung gibt und dass die erste Klausur nach dem Multiple-Choice-Prinzip abgefragt wird. Diese hab ich mir ausgedruckt und mich jeder Prüfung unter Klausurbedingungen unterzogen, mit der Erkenntniss, dass 31 bis 41 Prozent bei weitem nicht für das Bestehen des Modules ausreichen werden.

So sitze ich also nun seit vielen Monden hier und widme mich juristischem Grundwissen und diversen Grundbegriffen, die nach und nach den Weg in mein Langzeitgedächtnis finden. Eine erneute Überprüfung meiner im Kopf befindlichen Informationen brachte nun immerhin ein Ergebniss von 60 Prozent zu Tage, was für ein Bestehen der Klausur ausreicht, aber nicht unbedingt die Obergrenze sein sollte.

Mein Ziel ist es nun noch in den verbleibenden restlichen Stunden die Prozentzahl in Richtung 75-80 zu schrauben, um mit einem guten Gewissen in die Klausur „Propädeutikum“ im Sommersemester 2010 an der Fernuni Hagen zu gehen.

Wünscht mir Glück für die Klausur… Ach ja… Danach folgt mit wenigen Tagen Abstand die BWL/VWL-Klausur… Urks 🙁